Henkel eröffnet Packaging Competence Center für Verpackungen
Klebstoffe
Henkel hat sein Packaging Competence Center in Düsseldorf modernisiert und erweitert. Das Zentrum bietet Herstellern und Verarbeitern praxisnahe Testmöglichkeiten für Klebstoffe, Beschichtungen und recyclingfähige Verpackungslösungen unter realitätsnahen Produktionsbedingungen.

Eröffnung des Packaging Competence Center, v. l.: Vincenzo Cerciello – Nordmeccanica; Kai Ethner, Dirk Martin und Rajat Agrawal – Henkel; Antonio Cerciello und Alfredo Cerciello – Nordmeccanica (Bild: Henkel).
Die Verpackungsindustrie steht vor weitreichenden Veränderungen. Neue Nachhaltigkeitsanforderungen, die Entwicklung kreislauffähiger Verpackungen und die zunehmende Digitalisierung von Produktionsprozessen erfordern neue Technologien sowie eine engere Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund hat Henkel Adhesive Technologies sein Packaging Competence Center in Düsseldorf umfassend modernisiert. Das Zentrum dient als Entwicklungs- und Testplattform für Verpackungslösungen und soll Kunden dabei unterstützen, neue Produkte schneller zur Marktreife zu bringen.
Strategische Partnerschaft mit Nordmeccanica
Kern der Modernisierung ist die Erweiterung der technischen Infrastruktur. Grundlage dafür bildet die strategische Partnerschaft zwischen Henkel und dem Maschinenhersteller Nordmeccanica, die 2025 bekannt gegeben wurde. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für flexible Verpackungen. Durch neue Anlagen können Klebstoff- und Beschichtungssysteme unter Bedingungen getestet werden, die industriellen Produktionsprozessen entsprechen. Dadurch lassen sich Anwendungen validieren und für die spätere Serienfertigung vorbereiten.

Die neuen Maschinen ermöglichen moderne Testkapazitäten unter aktuellen Produktionsbedingungen (Bild: Henkel).
Zu den neuen Anlagen gehören die »Super Combi 5000« und die »Super Simplex SL e800« von Nordmeccanica. Beide Maschinen decken die in der Verpackungsindustrie üblichen Laminier- und Beschichtungsverfahren ab. Die »Super Combi 5000« verfügt zusätzlich über ein »gearless Flexo-Coating«-Auftragswerk und kann mit fünf flexibel einsetzbaren Application-Trolleys betrieben werden. Beide Systeme arbeiten digital und verfügen über integrierte Online-Auftragsgewichtssysteme, die eine kontinuierliche Datenerfassung und Prozessüberwachung ermöglichen. Damit erfüllt das Packaging Competence Center aktuelle Industriestandards für die Entwicklung und Validierung von Verpackungslösungen.
Schwerpunkt Recycling
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf recyclingfähigen Verpackungskonzepten und dem Einsatz nachhaltiger Materialien. Beschichtungen spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie Verpackungen aus Monomaterial ermöglichen, die sich einfacher recyceln lassen. Henkel konzentriert sich insbesondere auf Tiefdruck- und Flexodruckanwendungen für Kunststoff- und Papiersubstrate. Das Spektrum reicht von lösungsmittelfreien und wasserbasierten Klebstoffen bis zu lösungsmittelbasierten Systemen und unterschiedlichen Beschichtungslösungen. Ziel ist es, Entwicklungs- und Skalierungsprozesse zu beschleunigen und nachhaltige Verpackungskonzepte schneller in die industrielle Anwendung zu überführen.
Parallel dazu investierte Henkel auch in den Bereich Haftklebstoffe. Neue Beschichtungsanlagen sowie UV-Aktivierungs- und Messsysteme erweitern die Möglichkeiten für die Entwicklung von Lösungen für die Etiketten- und Spezialklebebandindustrie. Dadurch sollen Kunden neue Anwendungen unter praxisnahen Bedingungen testen und optimieren können.
Abdeckung des Produktlebenszyklus
Das modernisierte Packaging Competence Center ist eng mit dem benachbarten Inspiration Center Düsseldorf verknüpft. Gemeinsam bilden beide Einrichtungen eine Entwicklungsumgebung, die sämtliche Schritte des Produktlebenszyklus abdeckt – von der Materialentwicklung über Anwendungstests und industrielle Validierung bis zu Recyclinguntersuchungen im unternehmenseigenen Recycling-Testlabor. Ergänzend bietet Henkel Schulungsprogramme wie die »Converter’s Academy« an, um Anwender bei der Einführung neuer Technologien zu unterstützen.
Mit dem Ausbau des Standorts verfolgt Henkel das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Verpackungsherstellern, Verarbeitern und Technologieanbietern zu stärken. Nach Unternehmensangaben sind für die Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen nicht nur neue Technologien entscheidend, sondern auch der Austausch von Wissen und Erfahrung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.


