Lutz-Jesco baut Forschung für sichere Chlorgastechnik aus

Artikel vom 21. August 2026
Wasserversorgung und -behandlung

Lutz-Jesco erweitert die Forschung rund um sichere Chlorgastechnologie. Im Fokus stehen Systemlösungen, Vollvakuum-Dosierung und zusätzliche Schutzfunktionen, damit große Wassermengen wirtschaftlich desinfiziert und Risiken im Betrieb reduziert werden.

Chlorgasdosiergeräte (Bilder: Lutz-Jesco).

Chlorgasdosiergeräte (Bilder: Lutz-Jesco).

Lutz-Jesco baut seine Forschung und Entwicklung für den sicheren Umgang mit Chlorgas aus. Ziel ist es, Chlorgasdosieranlagen weiterzuentwickeln und die Trinkwasserdesinfektion sicherer zu machen.

Obwohl Chlorgas als Gefahrstoff eingestuft ist, bleibt es für die wirtschaftliche Desinfektion großer Wassermengen in vielen Regionen ein wichtiges Verfahren. Alternative Verfahren wie UV-Desinfektion, Ozonierung oder Membranverfahren stehen zwar zur Verfügung, für große Wassermengen seien sie jedoch nicht überall eine gleichwertige Lösung, so die Meldung des Unternehmens. Entscheidend sei daher vor allem, wie sicher Anlagen geplant, aufgebaut und betrieben werden. Im Mittelpunkt stehe dabei ein technisches Gesamtkonzept, das Risiken bereits in der Auslegung reduziert.

Systemlösungen aus abgestimmten Komponenten

Der Hersteller setzt bei der Entwicklung auf kompatible Gesamtsysteme. Die Komponenten stammen aus einer Hand, sind aufeinander abgestimmt und werden im Zusammenspiel getestet. Auf Wunsch lassen sich Chlorgasanlagen auch in reisefertige Seecontainer integrieren, etwa für den Einsatz in Krisengebieten.

Ein wichtiger Baustein ist die Vollvakuum-Technik. Selbst bei einer mechanischen Beschädigung von Leitungen unterstützt das System dabei, einen unkontrollierten Austritt von Chlorgas zu verhindern. Bei sachgerechter Auslegung und ordnungsgemäßem Aufbau gilt aus Sicht des Unternehmens ein Austritt als wenig wahrscheinlich. Ergänzend kommen Sicherheitsfunktionen wie Gasfilter, Abblaseventile, Gaswarngeräte, Chlorwäscher und Wassersprühanlagen hinzu.

Know-how aus der Normungsarbeit fließt ebenfalls in die Entwicklung neuer Sicherheitslösungen ein. Dazu gehören Erfahrungen aus technischen Gremien rund um Chlorgasanlagen in der Wasseraufbereitung, unter anderem mit Bezug zur DIN 19606.

Mehr Trinkwasser durch moderne Dosiertechnik

Als Beispiel nennt Lutz-Jesco ein Projekt in einem Entwicklungsland, das die positive Auswirkung moderner Chlordosierung auf die Trinkwasserqualität zeigt. Dort war die bestehende Infrastruktur nicht mehr in der Lage, Rohwasser ausreichend aufzubereiten. Dadurch bestand ein Risiko durch mikrobiologische Verunreinigungen.

Im Zuge der Modernisierung wurde ein Trinkwasserwerk mit einer zeitgemäßen Chlorgasdosieranlage ausgestattet. Herzstück ist ein Vollvakuum-Chlorgasdosiergerät, das zusammen mit Mess- und Regeltechnik die Chlorgasmenge präzise steuert und über einen Injektor in den Wasseraufbereitungsprozess einbringt.

Die Anlage kann bis zu 35 kg Chlor pro Stunde dosieren. Dadurch stieg die tägliche Aufbereitungskapazität des Wasserwerks von rund 39 auf bis zu 72 Millionen Liter Trinkwasser. Das verbessert die Versorgungssicherheit und unterstützt die hygienische Qualität des Wassers.

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