Gestaltungsfreiheit und Materialeffizienz bei der Roll-Fed-Etikettierung
Etiketten und Druck
Mit »Evodeco Next« erweitert Sidel die Roll-Fed-Etikettierung um Teiletiketten. Die Plattform soll Getränkeherstellern helfen, Etikettenmaterial zu senken, PET-Flaschen stärker in das Design einzubeziehen und die Leistung industrieller Anlagen abzusichern.

Die neue Generation Roll-Fed-Etikettierer verbindet Hochleistungsproduktion mit größerer Gestaltungsfreiheit und einem geringeren Materialverbrauch (Bild: Sidel).
Mit »Evodeco Next« stellt Sidel einen Roll-Fed-Etikettierer vor, der Teiletiketten auf einer Rollenplattform verarbeitet. Damit können Getränkehersteller den Etiketteneinsatz reduzieren und zugleich mehr sichtbare Flaschenfläche für die Markenpräsentation nutzen. Die Lösung richtet sich an industrielle Anwendungen, bei denen Materialeffizienz, Gestaltung und stabile Produktionsleistung zusammenkommen müssen.
Bei PET-Verpackungen wird heute stark auf Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft geachtet. Bisher stand dabei hauptsächlich die Flasche selbst im Fokus, etwa Hals, Körper und Boden. Mit der neuen Maschinengeneration bezieht Sidel auch das Etikett als optimierbaren Verpackungsbestandteil ein. Teiletiketten machen Flaschenform, transparentes PET und Produktinhalt sichtbarer. So wird die Flasche selbst stärker Teil der visuellen Identität, während der Materialbedarf sinkt.
Teiletiketten als Teil der Verpackungsoptimierung
Je nach Dekoration kann die Etikettenfläche gegenüber einem klassischen Rundumetikett sinken. Für eine 90°-Teiletikettkonfiguration nennt Sidel eine Reduktion um bis zu 75 %, für eine 180°-Konfiguration um 50 %. Das Unternehmen nennt ein Beispiel, bei dem die Umstellung von einem Rundumetikett auf ein 90°-Teiletikett zu einem um 208,4 Tonnen geringeren BOPP-Verbrauch pro Jahr führte. Die damit verbundenen CO₂-Emissionen sanken um 346 Tonnen und erzielten Rohstoffkosteneinsparungen von rund 723.000 Euro.
Integrierte Technik für stabile Abläufe
»Evodeco Next« wurde als integriertes System konzipiert. Zufuhr, Schneiden, Aufbringen und Kontrolle arbeiten in einer gemeinsamen Architektur zusammen. Zu den zentralen Komponenten gehören »Cutter 2.0«, ein intelligenter Puffer, eine Smart-Kamera und High-Speed-Wechselteile.
Das neue Schneidsystem sitzt direkt an der Transfertrommel. Das Rotationsschneidsystem verarbeitet kürzere Etiketten mit zwei Klingen, die für hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Der intelligente Puffer nimmt Rollenwechsel auf, ohne die Produktionsgeschwindigkeit zu verändern. Dafür sind laut Hersteller keine zusätzliche Stellfläche und keine Änderungen des Standardfolienwegs nötig. Das Verspleißen der Rollenenden erfolgt bei Nenngeschwindigkeit, was die Gesamtanlageneffizienz absichern soll.
Die Smart-Kamera ermöglicht eine Etikettenverwaltung ohne klassische Referenzmarken. Weil Referenzmarken und Ruhezonen entfallen, lassen sich Rohstoffe und Etiketten flexibler auswählen. Das eröffnet zusätzliche Optionen, um Material einzusparen. Eine spezielle Software unterstützt automatische Korrekturen, eine verbesserte automatische Referenzfahrt und erweiterte Diagnosefunktionen.
Rollenmanagement und Umrüstung
High-Speed-Wechselteile sollen die Maschinenautonomie und die Prozessstabilität verbessern. Eine optimierte Gleitfläche und ein Luftklingensystem reduzieren die Querkontamination des Klebstoffs und die Beanspruchung der Etiketten. Dies trägt laut Hersteller dazu bei, die Autonomie der Maschine um das bis zu Fünffache zu verlängern und ungeplante Stillstände zu reduzieren.
Für die Rollenverwaltung kann die Plattform mit »Coboreel« kombiniert werden. Die automatisierte Lösung reduziert Bedieneingriffe, bietet integrierte Rückverfolgbarkeit und unterstützt eine Produktionsautonomie von bis zu 18 Rollen. Auch an der Etikettierstation wurden Elemente vereinfacht, um Umrüstungen zu beschleunigen, Wartung zu erleichtern und eine gleichmäßige Verfügbarkeit zu unterstützen.


