Chemiebalgpumpen für die Förderung neutraler und aggressiver Medien
Pumpen
Der Ottobrunner Pumpenhersteller Jessberger hat sein Produktionsprogramm weiter abgerundet und elektrische Chemiebalgpumpen aus Polypropylen und Polyvinylidenfluorid in sein Sortiment aufgenommen.

Die Chemiebalgpumpen in fünf Größen erweitern das Portfolio (Bild: Jessberger).
Die neuen Chemiebalgpumpen arbeiten nach dem Prinzip einer Verdränger- oder Drehkolbenpumpe. Aufgrund ihres einfachen Aufbaus und der vielen Möglichkeiten sind die Pumpen eine geeignete Lösung zum Fördern von Chemikalien und für viele weitere anspruchsvolle Förderaufgaben. Das Fördermedium wird von dem exzentrisch rotierenden Kolben (Rotor) im Pumpengehäuse vom Saugstutzen in Richtung des Druckstutzens geschoben. Die Förderrichtung der Pumpe entspricht dabei der Drehrichtung des Motors. Die Pumpen erbringen für beide Förderrichtungen die volle Förderleistung.
Ein elastisches Gummiteil, der sogenannte Pumpenbalg, umschließt den Rotor komplett und ist in verschiedenen Materialien erhältlich: Fluorkautschuk (FKM), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM) und Nitrilkautschuk (Buna N/NBR) für Öle. Der Pumpenbalg wird gleichzeitig von Flansch und Deckplatte dichtend gegen das Gehäuse gedrückt. Der Rotor und die Innenteile der Pumpe sind dadurch komplett vom Fördermedium getrennt. Die zu fördernde Flüssigkeit kommt infolgedessen nur mit der Innenfläche des Gehäuses und der Außenfläche des elastischen Pumpenbalgs in Berührung, wobei letzterer als einziges Bauteil einem natürlichen Verschleiß unterliegt.
Der Pumpenflansch und die Deckplatte werden aus widerstandsfähigem Stahlguss gefertigt und speziell lackiert. Durch die geschlossene Bauweise sind Welle und Lager gegen aggressive Einflüsse von außen geschützt.

Funktionsweise der Chemiebalgpumpen (Bild: Jessberger).
Aufgrund ihrer Konstruktion sind die Chemiebalgpumpen selbstansaugend und trockenlaufsicher. Sie eignen sich für den mobilen sowie stationären Einsatz und garantieren höchstmögliche Sicherheit und Flexibilität beim Fördern aggressiver Chemikalien wie Säuren und Laugen. Die Pumpen enthalten keinerlei bewegliche Dichtungen, Stopfbuchsen oder Ventile und sind unempfindlich gegenüber weichen Verschmutzungen.
Antriebe und Optionen
Neben Drehstrommotoren stehen auch Wechselstrommotoren zur Auswahl. Im Gegensatz zu Druckluftmembranpumpen arbeiten die Pumpen besonders energieeffizient und tragen so zur Senkung von Energie- und Betriebskosten bei.
Die Antriebsdrehzahl beträgt für alle Pumpen 1500 Umdrehungen pro Minute und der Kraftbedarf 0,25 Kilowatt für die Größen »JP-900.5« bis ».18« bzw. 0,37 Kilowatt für die Größe »JP-900.35« und 0,55 Kilowatt für die Größe »JP-900.70«. Aufgrund des Elektromotors arbeiten die Pumpen drehrichtungsunabhängig, sodass ein Wechsel der Förderrichtung möglich ist. Über einen Frequenzumrichter kann die Förderleistung geregelt werden. Das Programm umfasst zunächst fünf Pumpengrößen mit Förderleistungen von 5 bis 70 Litern pro Minute.
Strategische Erweiterung
Mit der neuen Produktreihe rundet Jessberger sein Produktionsprogramm strategisch ab, denn im Portfolio fehlten immer elektrische Pumpen, die über einen Ansaugschlauch und kein starres Tauchrohr verfügen und die ferner selbstansaugend sowie trockenlauffähig sind. Mit den neuen Chemiebalgpumpen konnte diese Lücke geschlossen werden. Es handelt sich hierbei um einfache und universell einsetzbare Pumpen, die für sehr viele Anwendungsfälle geeignet sind. Auch die Möglichkeit des Wechsels der Förderrichtung macht die Pumpen für viele Anwender interessant.
Die elektrischen Antriebe sind mit 230/400- oder 230-Volt-Versorgung erhältlich und bieten die Möglichkeit zum Wechsel der Förderrichtung. Optionale Frequenzumrichter regulieren die Förderleistung. Die Pumpengehäuse bestehen aus PP und PVDF, Polyethylen (PE) ist als Option erhältlich. Keine Medien kontaktierenden Komponenten sind aus Metall gefertigt. Die selbstansaugenden Pumpen sind trockenlauffähig und verwenden flexible Schläuche statt eines starren Ansaugrohrs. Fünf verschiedene Baugrößen bieten Förderleistungen bis zu 70 Liter pro Minute bei einem Förderdruck von bis zu 4,2 bar.



