Wasseranalyse und -desinfektion
Wasserversorgung und -behandlung
Eine wirksame Wasserhygiene erfordert das Zusammenspiel aus Gefahrenanalyse, mikrobiologischer Überwachung und Desinfektion. Der Getränketechnologe Lars Peuker bietet hierfür einfache Nachweismethoden für kleinere Betriebe an.

Wachstum in Proben mit Spezialnährmedium (Bild: Peuker).
Wasser übernimmt in der Getränkeherstellung zahlreiche Aufgaben. Es dient nicht nur als Rohstoff und Zutat, sondern unter anderem auch als Reinigungsmedium, Kühlmittel, Energieträger, Lösemittel oder Dampfmedium. Aufgrund dieser vielfältigen Funktionen kann Wasser erheblichen Einfluss auf Produktsicherheit, Anlagenverfügbarkeit und Hygiene haben, etwa wenn es physikalisch oder chemisch verunreinigt wird und diese Verunreinigung nicht mehr entfernt oder gelöst werden kann. Aus mehrerlei Hinsicht kann Wasser aber auch eine Gefahr für das Personal darstellen oder auch erhebliche Schäden an Anlagen und Gebäuden verursachen. Zu guter Letzt kann es auch ein nicht zu unterschätzendes mikrobiologisches Problem für das Produkt verursachen. Häufig sind diese Gefahren an einzelnen Prozessen sogar miteinander verknüpft, treten parallel oder in Synergie auf.
Um auch kleineren Betrieben eine einfache Anwendung zu ermöglichen, sind mittlerweile einfache Hilfsmittel verfügbar, etwa mittels Anolyt, einer flüssigen, stark keimtötenden Lösung, die durch die elektrochemische Aktivierung (ECA) von Wasser und Salz entsteht. Sie dient als umweltfreundliches und wirksames Desinfektionsmittel, das Bakterien und Viren schnell abtötet und Biofilme aus alten Leitungsnetzen entfernen kann. Somit kann eine Trinkwasserdesinfektion im eigenen Haus ohne Chemikalienzukauf erreicht werden, etwa mit dem Produkt »Chlorquadrat« der Aquagroup Weiden.
Um aus Proben möglicher Verunreinigungen die korrekten Schlüsse zu ziehen oder um die Wirkung einer Wasserdesinfektion zu prüfen, sind Analysen notwendig. Für kleine Betriebe, die kein eigenes Labor haben oder eine Alternative zur kostspieligen Membranfiltration suchen, gibt es heutzutage preiswerte und äußerst unkomplizierte Verfahren. Dazu zählen Nährmedien in vorbefüllten Flaschen, welche in definierter Mischung mit der Wasserprobe als Flüssiganreicherung mit Farbumschlag und Trübungszunahme ausgewertet werden, etwa das Produkt »ALP-Nektar« aus dem System »Liquid Indicator« der BBGT GmbH.
Gerade kleinere Betriebe können mit diesen Produkten die negativen Auswirkungen abwenden oder relativ einfach beheben. Die Verbindung aus Gefahrenanalyse, mikrobiologischem Labornachweis und einer bedarfsgerechten Wasserdesinfektion, z. B. durch Dosage von aktivem Chlor, hergestellt aus Salztabletten mittels Elektrolyse, bildet dabei die Grundlage für eine sichere und hygienische Getränkeproduktion.




