Carlsberg ist auf dem Weg zu einem modernen Multi-Beverage-Unternehmen
Getränke
Carlsberg Deutschland baut sein Geschäft über den klassischen Biermarkt hinaus aus. Das Unternehmen konzentriert sich auf milde Bierstile, alkoholfreie Biere, Cider und Ready-to-Drink-Produkte sowie alkoholfreie Getränke.

Carlsberg Deutschland erweitert sein Sortiment neben Bier um weitere Produkte (Bild: Carlsberg Deutschland).
Carlsberg Deutschland richtet sein Portfolio stärker auf unterschiedliche Getränkekategorien aus. Hintergrund sind Veränderungen im deutschen Biermarkt und nach Unternehmensangaben neue Konsumgewohnheiten. Vier Bereiche stehen im Mittelpunkt der Strategie: Lager und Helles, alkoholfreie Biere, Cider und Ready-to-Drink-Produkte sowie Softdrinks. Das traditionelle Biergeschäft soll dabei weiterhin eine zentrale Rolle spielen.
Alkoholfreies Bier wächst
Einen Schwerpunkt bildet das alkoholfreie Sortiment. Nach Nielsen-Daten, auf die sich Carlsberg beruft, wuchs der deutsche Markt für alkoholfreie 0,0-%-Biere 2025 um rund 12 %. »Carlsberg 0.0« legte im selben Zeitraum beim Absatz laut Unternehmensangabe um etwa 50 % zu.
Seit Mitte Juli 2026 bietet das Unternehmen »Carlsberg 0.0« zusätzlich in der Dose an. Damit erweitert der Getränkekonzern die Gebindeauswahl in einem Segment, in dem Dosen insbesondere bei jüngeren Zielgruppen eine Rolle spielen. Nach Nielsen-Daten lag Carlsberg Deutschland im Dosenbiermarkt bis Juli 2026 beim Absatz auf Rang zwei.
Cider, Softdrinks und Perlwein
Die Erweiterung des Getränkeportfolios begann bereits vor mehreren Jahren. 2014 führte Carlsberg Deutschland »Somersby« ein und baute damit sein Angebot um Cider aus. Inzwischen gehört mit »Somersby Zero« auch eine Variante ohne Alkohol, Kalorien und Zucker zum Sortiment.
Anfang 2026 folgte mit »Lübzer Lümo« die erste hauseigene Limonade. Damit erschließt das Unternehmen zusätzlich die Kategorie der kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke. In der Gastronomie wird das Angebot ebenfalls über Bier hinaus erweitert. Über das 2017 eingeführte »DraughtMaster«-Zapfsystem wird seit Ende 2025 auch der italienische Perlwein »Il Bardo Cesello Frizzante« ausgeschenkt.
Produktion wird angepasst
Parallel zum breiteren Sortiment investiert Carlsberg Deutschland in sein Produktionsnetzwerk. Unter dem Leitbild »Brewing Tomorrow« sind unter anderem ein neues Sudhaus am Standort Lübz und zusätzliche Kapazitäten für wachsende Getränkekategorien vorgesehen. Hinzu kommen Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Brauereien.
Damit sollen die Produktionsstandorte nicht nur für das bestehende Bierportfolio, sondern zunehmend auch für die Anforderungen eines breiter aufgestellten Getränkeunternehmens ausgelegt werden. Konkrete Investitionssummen oder Zeitpläne für die einzelnen Maßnahmen nennt die Presseinformation nicht.
Neue Führung seit Februar
Seit Februar 2026 leitet Anders Krantz als CEO Carlsberg Deutschland. Zuvor war er in mehreren internationalen Führungspositionen innerhalb der Carlsberg Group tätig, zuletzt als Vice President Group Strategy. Zu seinen Schwerpunkten zählen nach Unternehmensangaben Portfolioentwicklung und Wachstum. Unter seiner Leitung soll die bereits zuvor begonnene Erweiterung des Geschäfts in Richtung Multi-Beverage-Anbieter fortgeführt werden.


