GEA verlagert Biotechnologiezentrum für New Food nach Sarstedt
Sonstige Roh- und Inhaltsstoffe
GEA hat sein Application and Technology Center für Biotechnologie und New Food nach Sarstedt verlegt. Das Pilotzentrum unterstützt Verfahren für Präzisionsfermentation, Zellkultivierung und Proteine im industriellen Maßstab.

Das Technologiezentrum unterstützt Unternehmen dabei, Verfahren für Präzisionsfermentation, Zellkultivierung und weitere biotechnologische Anwendungen vom Labor in den Pilotmaßstab zu überführen (Bild: GEA/Sommer & Co.).
GEA konzentriert sein »Application and Technology Center« für Biotechnologie und New Food am Standort Sarstedt. Das Zentrum war seit 2023 in Hildesheim in Betrieb und wird nun in eine bestehende Halle auf dem Gelände der GEA Liquid Technologies GmbH verlagert. Vier Millionen Euro flossen laut Unternehmensangabe in Umbau und Ausstattung. Am Standort arbeiten künftig rund 240 Personen in Engineering, Vertrieb, Automatisierung, Einkauf, Finanzen, Service und Montage.
Das Zentrum richtet sich an Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Biomanufacturing sowie Lebensmittel- und Zutatenindustrie. Sie können dort biotechnologische Produktionsverfahren im Pilotmaßstab entwickeln und testen. Schwerpunkte sind Präzisionsfermentation, Zellkultivierung und weitere Verfahren, mit denen unter anderem Proteine, Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Aromen und funktionelle Inhaltsstoffe entstehen können.
Das Zentrum arbeitet dabei mit Bioreaktoren im Bereich von 50 bis 500 Litern. Hinzu kommen vor- und nachgelagerte Prozessschritte wie Medienvorbereitung, Fermentation, Separation der Zellmasse, Filtration, hygienische Prozessführung und Automatisierung. Unternehmen können damit früh prüfen, ob sich ein Verfahren stabil wiederholen lässt, welche Produktqualität erreichbar ist und ob die Kostenstruktur für die nächste Entwicklungsstufe tragfähig erscheint.
Prozessdaten für Investitionsentscheidungen
Die Tests sollen belastbare Daten für weitere Schritte liefern, etwa für eine Pilotierung mit Lebensmittelzulassung, die Zusammenarbeit mit Produktionspartnern oder die Planung einer industriellen Anlage. Damit sollen technische und wirtschaftliche Annahmen geprüft werden, bevor Kapital in die nächste Produktionsstufe fließt.
Mit der Verlagerung rückt das Technologiezentrum näher an die vorhandene Ingenieur- und Prozesskompetenz in Sarstedt. Kunden können dadurch von der ersten Pilotphase bis zur Anlagenplanung auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Der Standort entwickelt, plant und betreut kundenspezifische Prozesslösungen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie.


