Echtzeitsteuerung für Getränkelager

Artikel vom 14. August 2026
Lagertechnik und Fördereinrichtungen

Pilsner Urquell digitalisiert seine Lagerlogistik mit dem »Warehouse Execution System« von identpro. Echtzeitlokalisierung, KI-basierte Software und Sensorik an den Staplern ersetzen manuelle Scanprozesse. Das System steuert den Warenfluss von Leer- und Vollgut und aktualisiert Bestände automatisch.

Live-Betrieb des WES im Lager von Pilsner Urquell (Bild: identpro).

Live-Betrieb des WES im Lager von Pilsner Urquell (Bild: identpro).

Pilsner Urquell, Teil der Asahi-Gruppe, setzt im Lager der Brauerei in Pilsen auf das Warehouse Execution System (WES) von identpro. Der zentrale Baustein für die Optimierung der Logistikprozesse ist die Echtzeitlokalisierung (RTLS), die hier mit KI-basierter Software verbunden ist. Ziel ist es, Lagerbewegungen in Echtzeit zu erfassen, Fahraufträge bedarfsgerecht zu verteilen und manuelle Scanvorgänge zu vermeiden. Zuvor mussten Staplerfahrer insbesondere beim Leerguthandling das Fahrzeug verlassen, Paletten mit Handscannern erfassen und selbst einen Lagerplatz auswählen. Fehlende oder falsche Scans konnten dabei zu Differenzen zwischen tatsächlichem Bestand und ERP-Daten führen.

Für das WES wurden vorhandene Flurförderzeuge mit IoT-Technik nachgerüstet. LiDAR-Sensoren sowie Positions-, Höhen-, Distanz- und Beladesensorik erfassen Fahrzeugposition und Ladezustand. Staplerterminals dienen zur Navigation sowie zur Interaktion mit dem WES und zeigen dynamisch zugewiesene Fahraufträge an. Aus den Daten erzeugt die KI-basierte Software einen digitalen Zwilling des Lagers und aktualisiert Bewegungen sowie Lagerplätze in Echtzeit. Für den zuverlässigen Systembetrieb ist ein stabiles LTE-Netz im gesamten Lagerbereich erforderlich, damit sämtliche Fahrzeugdaten und Lagerbewegungen kontinuierlich mit dem WES synchronisiert und ohne Verzögerung verarbeitet werden können.

Bei Vollgut wie Kegs erfolgt die Erfassung an den Abfüllstationen über eine sensorbasierte Trigger-Lösung am Förderband. Das WES erzeugt einen Fahrauftrag und weist diesen einem verfügbaren Stapler zu. Leergut wird halbautomatisch über das Staplerterminal erfasst, das Personal wählt dabei Produkt, Menge und Palettentyp aus. Anschließend verfolgt das System die Palette automatisch weiter.

Die Lagerdaten fließen außerdem in die Nachschubsteuerung der Abfüllung ein. Über REST- und SOAP-Schnittstellen ist das WES mit dem vorhandenen ERP-System NSP verbunden. Dadurch stehen aktuelle Bewegungs-, Bestands- und Statusinformationen auch für Disposition, Reporting und Bestandsplanung zur Verfügung.

Zur Arbeitssicherheit tragen laut identpro visuelle Warnsysteme, Geofencing und eine kollisionsvermeidende Routenplanung bei. Das System soll zudem Lagerdurchsatz, Bestandssicherheit sowie Prozesszeiten verbessern und ist als Konzept auf weitere Standorte der Firmengruppe übertragbar.

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